Der Lehrer

Eröd mit Studenten

Lehrtätigkeit

Graz

1967 begann er in Oberschützen, der Expositur der Grazer Akademie, verschiedene Theoriefächer, vor allem Nebenfächer für Instrumentalisten, zu unterrichten. Zwei Jahre später kamen noch einige Stunden in Graz hinzu, bis er 1975 schliesslich zum ordentlichen Professor für Komposition und Musiktheorie an der Grazer Musikhochschule ernannt wurde. Zunächst waren seine Studenten hauptsächlich Schulmusiker, bald aber lehrte er auch Komposition als Hauptfach.

Wien

Nach einer kurzen Gastprofessur wurde Eröd 1989 zum ordentlichen Professor für Harmonielehre und Kontrapunkt (Tonsatz) an der Wiener Musikhochschule (jetzt Musikuniversität) ernannt. Seine Aufgabe bestand hier in der Betreuung der ersten zwei Jahrgänge von Kompositions- und Dirigierstudenten, denen er sowohl die Grundlagenfächer als auch den Anfangskompositionsunterricht vermittelte.

1995 wurde Eröd zudem zum Leiter der Abteilung 1 der Wiener Hochschule gewählt, eine Funktion, die er bis 2002, also kurz vor seiner Emeritierung im Jahre 2004 innehatte.

Weitere Vorträge und Kurse führten ihn nach Ungarn, Deutschland, Großbritannien, Italien, die USA und Brasilien.

Studenten

Unter den Studenten, die Eröd in Graz betreute, waren Georg Friedrich Haas, Rudolf Hinterdorfer, Johannes Kern, Gerhard Präsent, Nono Schreiner, Adolf Traar, Dieter Zenz sowie der Kabarettist Jörg Martin Willnauer.

Zu seinen Studenten an der Wiener Musikuniversität zählten unter anderem Michael Amann, Akos Bánlaky, Bálint Bolcsó, Veronika Fáncsik, Margareta Ferek-Petric, Siegfried Friedrich, Lukas Haselböck, Annegret Huber, Michael Peter Huber, Marek Keprt, Patricia Kopatchinskaja, Bernhard Landauer, Bartolo Musil, Henrik Nánási, Roman Pawollek, Kirill Petrenko, Gerald Resch, Marcel Reuter, Antun Saban, Hande Saglam, Gernot Schedlberger, Piotr Skweres, Johannes Maria Staud, Christian Utz, Sabri Tulug Tirpan, und Judit Varga.

Grundsätze

Die grundsätzlichen Kriterien und Richtlinien seines Kompositionsunterrichts fasste Eröd während seiner Tätigkeit an der Grazer Musikhochschule für einen Artikel in der Österreichischen Musikzeitschrift wie folgt zusammen:

  1. Jeder Komponist ist anders. Ich möchte versuchen, auf jeden einzelnen adäquat einzugehen. Der eine ist unsicher und braucht viel Ermutigung, Behutsamkeit im Umgang. Der andere weiß genau, was er will, und braucht nur hie und da eine kleine Retusche, einen kleinen Hinweis.
  2. Jeder Komponist hat - hoffentlich - andere Vorstellungen und Ansichten. Ich bemühe mich, diese Vorstellungen und Ansichten nie zu entwerten. Kritik sollte sich aufs Handwerkliche beschränken.
  3. Ich versuche zu helfen, daß die Vorstellungen und Absichten sinngemäß und optimal realisiert werden.
  4. Musik wird praktisch realisiert und richtet sich an Zuhörer. Diese Tatsachen sollten früher oder später dem Schüler einleuchten. Ich weiß, daß dabei ein Teil meiner persönlichen Auffassung zum Ausdruck kommt, doch bin ich von diesen Dingen derartig überzeugt, daß ich auch meinem Schüler zu dieser Überzeugung verhelfen möchte. Es ist oft ein schwieriges Unterfangen. Wenn manche Kollegen meinen, daß 'Zugänglichkeit fürs Publikum' kein Kriterium für die Beurteilung sei, kann ich dazu nur sagen: sie darf auch nicht zum negativen Kriterium werden.
  5. Ich lege Wert darauf, daß der angehende Komponist alles hört, was er schreibt, und es zielführend und verständlich aufzeichnet. Glauben Sie mir, es ist nicht immer der Fall.
  6. Der Schüler mag sich gegen das Handwerk auflehnen, wenn er es beherrscht, aber nicht, weil er es nicht beherrscht.

Keine Kriterien sind für mich dagegen: stilistische Richtung, die Verwendung oder Nicht-Verwendung gewisser kompositorischer Mittel, Techniken oder Attitüden und schließlich die sogenannte Aktualität. Jeder ehrliche Komponist empfindet seine Arbeit als aktuell, sonst würde er nicht so schreiben, wie er schreibt...

Zur Motivation des Lehrers schreibt Eröd:

Jede Arbeit wäre enttäuschend ohne Resultate und ohne eine gewisse Befriedigung. Solche Befriedigung empfinde ich, wenn ein Werk meines Schülers dessen Absichten in höchstmöglicher Qualität übermittelt, wenn ich sehe, wie verschieden sich jeder entwickelt und wenn aus dem Lehrer-Schüler-Verhältnis ein freundschaftliches Verhältnis wird. Diese Befriedigung, ja Freude möchte ich nicht missen.